Alpenluft

Im Tolkiens Kinderbuch „Der Hobbit“ vertreibt der böse Drache Smaug das Zwergenvolk aus seiner Heimat – ähnlich ergeht es vielen Großstädtern heutzutage mit dem Ungeheuer SMOG: Industrie, Verkehr und der tägliche Energiebedarf verpesten die Atemluft mit Ruß, Abgasen und Schlimmerem, welche sich wie ein fahles Leichentuch über unsere Münder und Städte legen. Nicht nur die Atemwege und Augen der Menschen sind gereizt, sondern auch ihr Gemüt: Mehr und mehr nehmen Reißaus und verbringen zumindest ihre Wochenenden in lauschigen Berliner Lauben oder sonst wo jwd./fernab des Städtetrubels. Um nicht auf künstliche Raumdüfte angewiesen zu sein oder wie die paranoiden Japaner (ok, seit Fukushima vielleicht „die vorsichtigen“) ständig mit Mundschutz herumlaufen zu müssen, begann mit dem letzten Smogalarm die Suche nach Lösungen des Problems: Nach jahrelanger Forschung ist es dem Jordan-Muthenthaler-Think-Tank nun endlich gelungen, frische Alpenluft in Dosen zu konservieren und das flüchtige Medium Luft durch eine geheimes Verfahren für die Nachwelt zu bewahren, damit wir alle auch in Zukunft wieder kraftvoll durchatmen können:
Das Öffnen einer Alpenluftdose entspricht dem Erfrischungsgefühl einer kühlen Dusche oder eines eiskalten Getränks in schwelender Sommerhitze. Eigentlich müsste unser Produkt „AlpenDuft“ heißen, denn wir haben im Abfüllprozess darauf geachtet, nur höchste Luftqualität einzufangen. Die Nase wird gekitzelt von aromatischen Blumenwiesen und herbem Weidegras, die Haut spürt den kühlen Hauch des Höhenwindes und den Lungen werden sprichwörtlich Flügel verliehen im Rausch von Enzian, Kamille und Holunder. Wenn man die geöffnete Dose ans Ohr hält, spart man nicht nur Ohrstäbchen (der Wind bläst den Gehörgang frei) und hört das Meer rauschen (hierbei handelt es sich ausdrücklich nicht um den eigenen Blutkreislauf, sondern um einen Vorgeschmack auf die Seeluft, die wir ebenfalls anbieten), sondern vernimmt das Streicheln des Passatwindes im saftig grünen Weidegras und das beruhigende Klack einer Kuhglocke, deren Trägerin sich gerade gemächlich dem nächsten Grashalm zuwendet und daraufhin zufrieden muht.

frische Alpenluft in der Dose

Wofür andere Menschen Luftkurorte aufsuchen und Unsummen zahlen, müssen Sie nur eine Dose Alpenluft anbrechen. Ob Extremsportler mit Sauerstoffzeltbedarf, hyperventilierender Filmstar mit Lampenfieber oder gepeinigter Winterfahrgast in der überheizten S-Bahn (= Saunabahn) – die Alpenluftdosen sind der Befreiungsschlag für geschundene Pseudoasthmatiker.

- Warnhinweis: Nicht in der Nähe von Zigaretten öffnen, da diese sich augenblicklich in duftende Blüten verwandeln
- Die Krankenkassen prüfen zur Zeit die Zulassung der Alpenluft als therapeutisches Arzneimittel, doch solange eine Kostenübernahme noch nicht gesichert ist, bitte nicht mehr als 1000 Dosen auf einmal pro Tag zu sich nehmen
- In Kuhställen, insbesondere auf Biobetrieben, führen regelmäßige Alpenluftdosen zu deutlich höheren Erträgen und glücklicherem Milchvieh, welches sich an seine Heimat (oder die seiner Vorfahren) erinnert fühlt
- Kein Lüftchen gleicht dem anderen – da man natürlich nicht zweimal in den selben Fluss steigen kann, wie ein Sprichwort besagt – also ist der Inhalt jeder Alpenluftdose einmalig
- Schneller Luftwechsel in geschlossenen Räumen durch Öffnen einer Dose – man muss keine Fenster mehr aufreißen, um zu lüften. Also ideal für überfüllte Klassenräume am Nachmittag nach einem langen Schultag und ebenfalls für Raucherecken, -räume, -kneipen, sowie Crackhöllen.
- Eine Dose entspricht einer medizinisch wirksamen Dosis Frischluft
- Unbegrenzt haltbar, wenn die Versiegelung nicht aufgebrochen und der kostbare Inhalt nicht durch Gestank kontaminiert wird
- Bei einer Lungenembolie wird in Krankenhäusern häufig nicht länger eine Spritze durch den Brustkorb des Menschen gerammt, damit sich die Lungen wieder entfalten, sondern ein Döschen Alpenluft angebrochen und unter der Nase des Patienten geschwenkt.
- Es soll mittlerweile sogar Taucher geben, die statt Gasflaschen unsere Alpenluftdosen auf dem Rücken tragen und sich so in die Tiefe wagen. Auch Extrembergsteiger nutzen die Alpenduftdosen gerne für die letzten 2000 m ihres Anstiegs, um die dünne Luft gewissermaßen durch einen Saucenbinder zu verfestigen und gehaltvoller zu machen.
- Außerdem plant die NASA durch Terraforming den Mars bei einem der nächsten Besuche wieder bewohnbar zu machen und die lebensfeindliche Atmosphäre komplett umzukrempeln, wofür ausschließlich unsere Alpenduftsammlung – wenn auch in erheblich größerer Füllmenge – benutzt werden wird.