Marienerscheinung

Madonna! Wo ist die umtriebige Unbefleckte den Menschen nicht schon überall erschienen: Auf Toastbrot, als Lichtreflexion an Hauswänden oder in Form eines Muttermals auf einem Kinderpopo. Sie ist wahrlich das Pinupgirl des Himmels und eine Zierde auf jeder Oberfläche. Ein profaner Alltagsgegenstand wird durch ihr alabasternes Antlitz zum sakralen Wertstück geweiht. Auf den ersten Blick wirkt auch die Wundertasse, der heilige Gral unter den Getränkebechern, lediglich wie ein Trinkgefäß aus schwarzem Onyx, doch bei Getränken mit einer Temperatur über ?? Grad zeigt sich auf wundersame Weise ein Abbild der Mutter Gottes, was symbolisch für die Wärme ihrer Liebe steht. Dem Trinkenden erleuchtet die göttliche Erscheinung das Herz und ein solches Erweckungserlebnis vertreibt ein für allemal Leere und Schwärze aus jedem Leben (welche zuvor durch die dunkle Tasse repräsentiert werden). Wie dies möglich ist, erklärt die abenteuerliche Herkunft der Tasse:

Zwei Jungspunde – Mutexus und Jordanius – begaben sich vor Jahren auf den Jakobsweg, als dieser noch nicht durch Pilgerscharen und Hape Kerkeling erschlossen war und von Wegelagerern, wilden Tieren und Unwettern heimgesucht wurde. In einer stürmischen Nacht des Jahres 1534 suchten die beiden tapferen Pilger Unterschlupf in einer verlassenen Dorfkapelle, um sich die Nacht über vor Wind und Regen zu schützen. Als der glatzköpfige Rotbart Mutexus sein Nachtlager gerichtet hatte und sich streckte, um die müden Knochen nach der langen Wanderschaft zu entlasten, stieß sein mit Blasen übersäter Fuß an eine lose Bodenfliese. Im flackernden Lichte einer Fackel lösten die beiden Entdecker den Stein und fanden so das Grabmal eines verschollenen Gralsritters, welcher während der Kreuzzüge um das Heilige Land gekämpft hatte. Noch im Tode umklammerte er mit skelettener Hand eine Kiste aus Ebenholz (und mit der anderen einen mittlerweile versteinerten Keks), als wolle er den wertvollen Inhalt auch im Jenseits schützen. Bruder Mutexus und sein Begleiter Jordanius erkannten nach dem Öffnen des Behälters schnell und mit archäologischem Feinsinn, was sie dort in Händen hielten: Sie sahen unzählige tönerne Gefäße, bei welchen es sich um Prototypen des heiligen Grals handeln musste, welche der aramäische Töpfer „Tupperanius Warenus“ angefertigt hatte, um für Gottes Sohn die perfekte Schnabeltasse zu erschaffen. Zwar waren sie ebenso fein gearbeitet wie das Meisterstück, besaßen jedoch nicht alle magischen Eigenschaften desselben.
Alle Marientassen stammen aus diesem sagenhaften Fund und sind demnach Einzelstücke. Sie wurden aufwendig restauriert und durch eine spezielle Lackierung versiegelt, sodass sie noch weitere Generationen überdauern: Selbstlos geben die beiden Nachfahren der Pilger (Jordan-Muthenthaler) nun den Gläubigen endlich das verschollen geglaubte Geschirr zurück.

- Auch für das Blut Jesu, also einen ordentlichen Tropfen Wein, oder einen gepflegten Schluck russisch-unorthodoxen Weihwassers [Vodka] geeignet.
- Nicht für Polterabende benutzen, da ein Zerbrechen der Tasse 700 Jahre Unglück bringt [z.B. der Fluch der monakinischen Grimaldis soll genau darauf beruhen]
- Den Besitz bitte vertraulich behandeln, damit keine Pilgerstätte entsteht und der Kunde fortan nicht durch Heerscharen Gläubiger belagert wird
- Nicht mit der Madonnentasse anstoßen, da die abgebildete Dame sonst eine Beule oder blutige Nase bekommen könnte
- Es ist ausdrücklich verboten, das Antlitz der Heiligen zu beschmutzen, indem man ihr ein Hitlerbärtchen, Teufelshörner oder sonstige Häresien aufmalt!
- Leider heilt das Gefäß keine unheilbaren Krankheiten und gewährt kein ewiges Leben
- Auch als Behälter zur Aufbewahrung von Reliquien geeignet, also den Knöchelchen oder sonstigen Körperteilen von Heiligen
- Aufgrund seiner Herkunft insbesondere als Becher für Wanderer auf dem Jakobsweg geeignet
- Konfessions- und sogar religionsübergreifend zu verwenden: Für Moslems zeigen sich Chadidscha, Aische oder eine andere Frau Mohammeds, für Juden Abrahams Sarah und sogar Ungläubige meinen die andere Madonna zu erkennen (die Zeigefreudige mit den übertrainierten Oberarmen)
- Nicht für den Verzehr von Sekt geeignet, da ein vermehrter Verzehr dieses Getränks bei den anerkannten Weltreligionen als ein Weg in die Hände von Sekten gilt



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